Der Beginn der Pubertät ist oftmals ein Alter der Zweifel, Unschlüssigkeiten, der heftigen Gemütsbewegungen. Erhöhte Empfindsamkeit begleitet oft stark schubweise körperliche Entwicklung, was viel Energie bindet. Gerechtigkeitsempfinden und Wahrung der persönlichen Würde prägen sich stark aus und wirken in jede Beziehung und Handlung hinein. Der Wunsch nach Unabhängigkeit, Abgrenzung, Ruhe, Rückzug wird stark ausgelebt. Gleichzeitig benötigen die Kinder und Jugendlichen in diesem Alter Fürsorge und Schutz. Die Bedeutung und der Einfluss des Freundeskreises steigen. "Welche Rolle werde ich später in der Gesellschaft spielen?" - das ist eine Frage mit der sich viele Jugendliche das erste mal in ihrem Leben konfrontiert sehen.
Für unseren Unterrichtsaufbau ergibt sich aus diesen Herausforderungen eine logische Schlussfolgerung:
Qualität vor Quantität
Diese, in unserer Gesellschaft geforderten Schlüsselqualifikationen werden in unserer Unterrichtsarbeit durch vielfältige Maßnahmen besonders gefördert:
Entscheidungsfähigkeit, Selbstständigkeit, Kritikfähigkeit, Urteilsfähigkeit, Fähigkeit zu autonomem Lernen, Kooperationsfähigkeit, Teamgeist, Kommunikationsfähigkeit, Organisationsfähigkeit, Fähigkeit zu vernetztem Denken
Dabei bleibt der Schwerpunkt auf der Freiarbeit, denn nur sie gewährleistet einen hohen Anteil echter Lernzeit durch gutes Zeitmanagement und dient auch zur Rhythmisierung des Tagesablaufs. Die vorbereitete Umgebung und ein lernförderliches Klima spielen eine große Rolle. Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Aspekt der sinnstiftenden Kommunikation durch Planungsbeteiligung, Gesprächskultur, Schülerkonferenzen, Lerntagebücher und Schülerfeedback.