Sprachreisen

 
Die beste Möglichkeit eine Sprache zu erlernen und zu verbessern ist die Kommunikation im jeweiligen Land. Dabei gelingt der Spracherwerb ganz nebenbei in den alltäglichen Situationen. Deshalb bietet sich den Schülern der 8. bzw 9. Jahrgangsstufe die Teilnahme an Sprachreisen nach England oder Malta. An den Vormittagen findet der Sprachunterricht statt, die Nachmittage werden genutzt, das Land mit seinen geschichtlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten zu erkunden und zu besichtigen. Natürlich stärkt so eine Reise ins Ausland auch das Selbstbewusstsein der Jugendlichen, sowie das Gemeinschaftsgefühl und die soziale Kompetenz. Die gesammelten Erfahrungen sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden und bleiben oft in prägender Erinnerung.

 

Lesen Sie dazu folgende Erlebnisberichte:

 

Sprachreise der 9.Klasse nach London

Sprachreise der 8. Klasse nach Canterbury

Sprachreise der 8. Klasse nach Malta

 

 

Sprachreise der 9.Klasse nach London


Vorrangiges Ziel dieser Reise war die Erweiterung und Vertiefung der sprachlichen Kompetenz. Der konsequent durchgezogene dreistündige Sprachkurs an den Vormittagen schlauchte die Jugendlichen kräftig, bis sie dann, ihre Fortschritte erspürend, freudig sich engagierten. Ganz wesentlich unterstützte der Aufenthalt in den Familien den Spracherwerb. So lernten die weniger Redefreudigen wenigstens das gesprochene Wort zu verstehen, die Mehrzahl der Schüler konnte sich am Ende der Woche flüssig auf Englisch verständigen und unterhalten.
Dieser Fortschritt trat am Ende des Schuljahres bei den Prüfungen zum Qualifizierenden Hauptschulabschluss deutlichst zu Tage, als unsere SchülerInnen die auswärtige Prüferin mit ihrer lockeren und sicheren Ausdrucksfähigkeit überraschten.

 

Die Nachmittage nutzten wir zu Ausflügen in die Weltstadt London. Teils gemeinsam, teils in Gruppen besuchten wir den riesigen Camden-Market, den Tower, wir bestiegen die Towerbridge und gruselten uns im London-Dungeon. Einige besichtigten das Museums-Kriegsschiff HMS-Belfast, das Transportmuseum oder besahen sich London aus den Gondeln des London Eye von oben. Das London-Aquarium, House of Parliament, der Big Ben, Covent Garden und der Buckingham Palast gehörten ebenso zum obligatorischen Programm wie der Hyde-Park mit dem Speakers Corner (wo uns aber an diesem Tag niemand zuhören wollte), das Rock Cafe, das unvorstellbar opulente Kaufhaus Harrods und selbstverständlich bereicherten wir Mme Tussauds Berühmtheiten.
Konnten wir diese Reise schon in der 8. Klasse wegen der BSE-Seuche nicht antreten, so gefährdeten die Schrecken des 11. September unsere Fahrt aufs Neue. So mussten wir alle auf die verschärften Sicherheitsvorkehrungen in den Flughäfen vertrauen. Mulmig war uns Lehrkräften aber, als wir am Vortag unserer Rückreise in einigen englischen Zeitungen den kommenden Tag als den Terror gefährdetsten dargestellt sahen - eine wahre Erlösung, als wir wohlbehalten in München gelandet waren!

 

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Sprachreise der 8. Klasse nach Canterbury

 

Während die 9. Klasse per Flugzeug auf die Insel gelangte, nahm die achte den "Eurobus" und die Fähre, um die Jugendherberge in Margate, Grafschaft Canterbury, an der Südostküste zu erreichen. 120 Kilometer östlich von London und 30 Kilometer nördlich von Dover galt es auch hier für die Kinder, eigene Erfahrungen zu sammeln.

 

Neben dem Sprachunterricht an der Rutland-School, der in verschiedenen Leistungsgruppen gegeben wurde, trug der "Zwang" zur Verständigung zu großen Fortschritten in Verbalisierung und Aussprache bei.
Das Kochen in der Jugendherberge, vorbereitet zu Hause im Hauswirtschaftsunterricht, war Sache der Kinder, ebenso das Einkaufen der nötigen Zutaten. Gut für den Umgang mit dem Englischen genau wie die Zurückhaltung der Lehrer beim "Kampf" um Eintrittskarten, beim Benutzen der U-Bahn in London oder beim Bezahlen in fremder Währung in der Rutland-School.

Kleine Gruppen konnten auf den Ausflügen nach London, zum Charles-Dickens-Museum in Broadstairs oder zu den normannisch-römischen Ruinen von Richborough selbstständig ihre Eindrücke sammeln. Eindrücke auch sozialer Art. Schon im Unterricht in Rohrdorf befasste man sich mit der Grafschaft Canterbury, einst reich durch Austern- und Fischfang, Kohle- und Eisenpyritbau. Heute gibt es all das nicht mehr, zum Teil 40 % Arbeitslosigkeit bestimmen das Bild. Die Auswirkungen auf das tägliche Leben bewusst aufzunehmen war genauso Teil des sozialen Lernens wie der Umgang mit den Mitbewohnern der Jugendherberge. Oder die "Anpassung" an den zurück-haltenden, "viktorianischen" Lebensstil der Engländer, die sich darüber oft erfreut zeigten. Zum Beispiel der Herbergsleiter, der sich auf weitere Besucher aus der Montessori-Schule schon freut.
Auf eine gelungene Reise konnten die Teilnehmer nach der Rückkehr via "Eurotunnel" blicken. Eine Reise, zu deren Finanzierung auch die Schüler ihren Teil beitrugen. Die angelegte "England-Kasse" füllten sie mit den Einnahmen aus einem Adventsmarkt und mit der Veranstaltung von Flohmärkten.

 

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Sprachreise der 8. Klasse nach Malta

 

Wie jedes Jahr stand auch 2003 wieder ein Englischsprachkurs auf dem Programm der achten Klassen. Bedingt durch die politische Weltlage und der Teilnahme Großbritanniens am Irakkrieg fiel die Wahl der Eltern, SchülerInnen und Lehrer diesmal auf Malta, eine kleine Insel im Mittelmeer, deren offizielle Landessprache Englisch ist. Innerhalb kürzester Zeit wurde alles organisiert und gebucht. Am 3. Mai bewegte sich die ganze SchülerInnengruppe von Rosenheim per Bahn zum Flughafen, alle in aufgeregter und freudiger Stimmung. Am Flughafen kamen noch zwei SchülerInnen der Montessorischule Riemerling dazu; längerfristig ist geplant die Sprachreise mit dieser Montessorischule gemeinsam zu organisieren und durchzuführen.

 

Nach einem angenehmen, ruhigen Flug mit einer wunderbaren Sicht auf Sizilien und den Ätna kamen wir in Malta an. Beim Transfer mit dem Bus in unsere Apartmentanlage konnten wir schon einen ersten Eindruck von der Insel gewinnen.Wenig Vegetation, sehr stark zersiedelt und leicht orientalischer Touch. Den ersten Abend verbrachten wir in der Nähe unseres Apartments am Strand, betrachteten den Sternenhimmel, lauschten dem nicht nachlassenden Autoverkehr - die Malteser sind ein Nachtvolk - und planten den Sonntag, unseren einzigen schulfreien Tag auf der Insel.

Wir fuhren mit den typischen maltesischen Oldtimerbussen quer durch die Insel - das ist ohne weiteres machbar, da Malta nur eine Länge von ca. 30 km hat. Wir besichtigten die alte Hauptstadt der Insel, Medina, legten anschließend eine längere Pause an einer Klippenküste ein und fuhren mit einem Fischerboot in die blaue Grotte.

Am Montag machten wir uns gemeinsam mit unseren Lehrern auf den Weg zu der Inlingua Sprachenschule, die nur 20 Minuten zu Fuß von unserer Unterkunft entfernt war. Nach einem Eignungstest wurden wir in die für uns geeigneten Gruppen eingeteilt. Manche von uns waren in der Gruppe international besetzt - Japaner, Tschechen, Russen, und so waren wir mehr oder weniger gezwungen uns auch in den Pausen auf Englisch zu unterhalten.

Der Unterricht war die ganze Woche über toll. Unsere Lehrerinnen waren witzig, erklärten alles super und wir hatten irgendwann keine Scheu mehr, in der fremden Sprache zu sprechen. Das Unterrichtsmaterial, das wir mitnehmen durften, war sehr ansprechend gestaltet und wir arbeiten auch jetzt noch in der Freiarbeit mit den Inlingua-Arbeitsheften.

Am Nachmittag hatten wir frei und es gab jeden Tag Programm - entweder Strand und Spiele oder Kultur. Wir besuchten die Hauptstadt Valetta, eine sehr schöne alte Stadt, wo wir Andenken kauften und uns eine sehr interessante Multivisionsshow über die Geschichte der Insel ansahen. In den engen Gassen konnte man wunderbar bummeln, Eis essen, sich in ein Cafe setzen und andere Schüler treffen, die auch für einen Sprachkurs auf der Insel waren. Insgesamt war die Woche rundum sehr gelungen, nur leider viel zu kurz.

Die Unterbringung in den Apartments fanden wir für den Klassenzusammenhalt sehr wichtig - wir mussten uns arrangieren, gemeinsam das Abendprogramm gestalten und wir fanden es auch sehr schön, uns zwischendurch mal wieder in unserer Muttersprache zu unterhalten. 

 

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